Brauchen Menschen Arbeit, um ein sinnvolles Leben zu führen? Oder brauchen sie Freizeit und Geld?

„Ohne Arbeit ist das Leben sinnlos. Arbeit ist der Sinn des Lebens. Arbeit verleiht dem Leben Struktur.“ So oder ähnlich hört man manche Menschen schon mal sprechen. Zu Recht?

In den Mainstream-Medien entdeckte ich eine geplante Studie zum Thema, wie sich Arbeitslose ohne Hartz-IV-Sanktionen entwickeln, also wenn sie wie beim bedingungslosen Grundeinkommen auf Sozialhilfe-Niveau leben dürfen:

„INTERVIEW-Debatte um Hartz-IV-Sanktionen. ‚Diese Unsicherheit macht Menschen krank und handlungsunfähig‘.“

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_84892686/debatte-um-hartz-iv-sanktionen-diese-unsicherheit-macht-menschen-krank-und-handlungsunfaehig-.html

Das Experiment: Hartz-IV-Empfänger dürfen drei Jahre lang ohne Sanktionen leben

Im Experiment untersucht man, wie Arbeitslose sich entwickeln, wenn sie drei Jahre lang ohne Sanktionen von Hartz IV leben können, also ohne Bewerbungszwang, Leistungskürzung und andere Strafen. Man will endlich Fakten statt Vorurteile über Hartz-IV-Empfänger. Das Hartz-IV-Experiment leitet ein gewisser Professor Rainer Wieland und ich bin neugierig auf das Ergebnis.

Leider macht man im Denken über Arbeitslose einige Fehler, die auch die gesamte gesellschaftliche Diskussion zu Arbeitslosen prägen. Es geht um eine verborgene Arbeits-Ideologie, die selbst viele ehrliche Forscher nicht merken.

Daher möchte ich Ihnen eine neue Denkweise von Arbeit und Arbeitslosigkeit zeigen, egal ob Sie diese Zeilen als Wissenschaftler oder Hartz-IV-Empfänger lesen. Mit der in unserer Gesellschaft verbreiteten Sicht auf Arbeit und Arbeitslosigkeit unterstützt man leider eine Ideologie, über welche einige Superreiche und die höhere Elite dieser Welt vermutlich lächeln.

Kurz zu mir: Ich habe nun 1,5 Jahre Erfahrung mit Arbeitslosigkeit ohne Sanktionen. Ich lebe sozusagen von meinem Vermögen auf Hartz-IV-Niveau. Meine Bildung: Studium mit Top-Abschluss. Arbeitslos lebe ich, weil ich den spirituellen Weg gehe: „Folge deiner Intuition.“ Mein Tag besteht aus: Sport, gesunde Ernährung, Meditation, Philosophieren, Schreiben von Sachbuch-Artikeln, intelligente Bücher und Websites lesen sowie viel gesunder Schlaf – alles recht angesehene Werte in unserer Gesellschaft, nicht wahr? Nicht das, was man von einem Arbeitslosen erwartet.

Doch zurück zu der Hartz-IV-Sanktionsstudie:

 

Warum Arbeit = Berufsarbeit und Geldarbeit?

Leider setzt unsere Gesellschaft das Wort „Arbeit“ meist mit Berufsarbeit gegen Geld gleich. So ist es auch in der Hartz-IV-Studie dieses Professors. Nur wer mit seiner Arbeit Geld verdient, Steuern an die Gesellschaft zahlt und dem Sozialstaat nicht auf der Tasche liegt, ist also ein „guter Arbeiter“.

 

Unbezahlte Familienarbeit, Hausarbeit und Ehrenarbeit ist auch Arbeit

Es gibt auch unbezahlte Familienarbeit und Ehrenarbeit. Denken Sie bei Ehrenarbeit nicht nur an kostenlosen Einsatz für arme Menschen, sondern auch an die vielen Internet-Aktivisten, die Ihnen über Websites, Foren, Portale und soziale Netzwerke viele Informationen zu zahlreichen Themen kostenlos bereitstellen. Die Menschen arbeiten einfach mit Idealismus an einer Sache im Internet bzw. es ist ihre Freizeitarbeit. Selbst der Hartz-IV-Empfänger, der nur als Hobby kostenlos Amazon-Rezensionen schreibt oder auf einem Gute-Frage-Portal antwortet, gibt der Gesellschaft etwas zurück. Viele Menschen schreiben informative Artikel im Web, ohne dass jemand sie dafür bezahlt. Ja, selbst das depressive Gerede eines Arbeitslosen in einem Forum kann ein interessanter Erfahrungsbericht für andere Menschen sein.

Manche Berufsarbeit ist zum Schaden der Gesellschaft!

Nicht jede bezahlte Arbeit bereichert die Gesellschaft. Ja, manche Arbeiten schaden der Gesellschaft sogar! Etwa die hochbezahlten Waffenhersteller, die an Erfindungen arbeiten, mit denen man viele Menschen töten kann. Oder die Chemie-Laboranten, die tödliche Viren züchten. Der normale Hartz-IV-Empfänger schadet der Gesellschaft nicht so sehr wie manche Arbeiter …

Und worüber freuen Sie sich mehr: Über den kostenlosen Ernährungsratgeber im Internet, geschrieben von einem arbeitslosen Hobbyschreiber, der leider kein Geld fürs Bloggen bekommt, oder über den hochbezahlten Anwalt, der sein Geld mit der Abmahnung von armen Forenbetreibern wegen Copyrightfehlern verdient?

Erkennen Sie, was für ein Unsinn die Bewertung von Arbeit anhand des Kriteriums Geld ist? Viele Menschen auf der Welt machen sogar bezahlte Arbeiten, die der Menschheit SCHADEN, wohingegen viele Nichtarbeiter nützliche Dinge mit ihrem Einsatz im Internet tun.

 

Es gibt keine echte Nichtarbeit und Arbeitslosigkeit. Jeder Mensch arbeitet immer!

Die Trennung unserer Gesellschaft zwischen Arbeit und Nichtarbeit ist eine ILLUSION, denn:

JEDER Mensch arbeitet zwangsläufig (selbst wenn er nur im Bett liegt). Das Gehirn und der Körper können gar nicht anders. Aus physikalischer und spiritueller Sicht arbeitet man immer.

Auch in den Urlaub reisen und mit Yachten übers Meer fahren ist eine Form von Arbeit. Aus physikalischer Perspektive ist Yachtfahren in der Freizeit genauso eine Arbeit wie das Fahren mit der Fähre, die Güter vom Festland zur Insel bringt. Und Hausarbeit ist physikalisch ähnlich wie bezahlte Arbeit im Hotel.

Oder nehmen wir den guten Zuhörer: Spielt ein Hartz-IV-Empfänger den Lebensberater und Hobbypsychologen für seine Freunde, ist das nur ein „Freundschaftsdienst“. Aber ein Psychotherapeut, der dies „professionell“ macht (selbst wenn sei Rat schlechter sein mag), wird hoch bezahlt und von der Gesellschaft als wertvoller Arbeiter angesehen.

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Doch zurück zu dem Mainstream-Artikel. Ich fasse den Inhalt des eingangs genannten Artikels nun als sinngemäße Zitate zusammen (keine Originalzitate) und kommentiere sie:

„Arbeit (im Sinne von Geld-Berufsarbeit) erfüllt viele lebenswichtige psychosoziale Funktionen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Mensch arbeitet.“

Nur Menschen, die dumm und unkreativ sind, streben wegen dieser psychosozialen Vorteile freiwillig in die Geld-Berufsarbeit. Man kann auch eine erfüllende Freizeitarbeit machen sowie Selbstbildungs- und Persönlichkeitsarbeit jenseits der Berufsarbeit.

Kein Mensch muss in die Geld-Berufsarbeit einsteigen, um diese psychosozialen Vorteile zu erhalten! Diese Vorteile kann er kostenlos in realen oder virtuellen Freundes- und Arbeitskreisen finden, etwa wenn sich Menschen aus Spaß zu Kunstprojekten, Technikprojekten, Webprojekten und Aktionen zu beliebigen Themen zusammenschließen (sozusagen: „Unternehmen ohne Gewinnorientierung“). Doch leider wird das vom Hartz-IV-Amt als unproduktives Hobby angesehen, denn es bringt ja kein Geld und der Staat muss Sozialleistungen zahlen.

 

„Arbeit fördert die Kompetenzentwicklung.“

Das tun viele Freizeitaktivitäten und die geldlose Freizeitarbeit auch. Zwar gibt es auch wenig bildende Freizeitarbeit, aber es gibt auch wenig bildende Berufsarbeit. Was fördert das Gehirn mehr: Das Spielen eines Wirtschaftssimulationsspiels am Computer (durch einen Hartz-IV-Empfänger) oder die Arbeit, die eine Putzfrau oder ein Fließbandarbeiter macht?

Und der arbeitslose Social-Media-Netzwerker, der sich auf Facebook in allen Ecken rumtreibt, sammelt in 30 Jahren mehr kognitive und soziale Erfahrungen als die Putzfrau oder der Fließbandarbeiter, die einsam vor sich hin arbeiten. Ja, selbst beim Fernsehen lernt das Gehirn unter Umständen mehr als bei mancher idiotischen Berufsarbeit.

 

 „Arbeit strukturiert den Tag und mitunter das ganze Leben.“

Man kann seinen Tag auch mit Freizeitarbeit sinnvoll strukturieren – sogar noch sinnvoller und deutlich gesünder leben als bei einer Berufsarbeit, wo den Menschen fremde Strukturen auferlegt werden.

Ich lebe seit 1,5 Jahren arbeitslos ohne Sanktionen und bin mit meiner Tagesstruktur sehr zufrieden. Entweder tue ich in diesen 24 Stunden etwas Intellektuelles (Denken, Lesen, Schreiben, Meditieren) oder ich tue etwas Gesundes: gesund Essen, Sport, Haushaltssport, Schlafen. Auf meine Weise verfolge ich im Leben auch Ziele intellektueller und spiritueller Art.

Doch wer sagt, dass der Mensch „Struktur“ braucht, wie sie das Arbeitsleben bietet? Was ist so „gesund“ und „wünschenswert“ an dieser Struktur, im Gegensatz zu einer kindlichen, spontanen und kreativen Struktur? Lebt der Sklavenarbeiter einer Plantage gut, nur weil er eine feste Struktur hat? Und so viel anders ist das in der westlichen Welt auch nicht … Was ist so erstrebenswert an vielen Arbeitsstrukturen?

Wiederum gibt es viele Kreativarbeiter, spirituelle Menschen und Lebenskünstler, die ohne viel Struktur durch den Tag gehen, Abenteuer wagen, bewusst jeden Tag anders gestalten und am Ende auf ein erfülltes Leben voller interessanter Erfahrungen zurückblicken.

Natürlich gibt es AUCH den vorbildlichen, disziplinierten, ehrgeizigen Unternehmer. Doch wie gesagt: Auch ein Hartz-IV-Empfänger kann ein intelligentes, sinnvolles und gesundes Leben führen, welches das langweilige Arbeitsleben manches Angestellten an Bildung und Lebenserfahrung übertrifft. LEIDER nutzen viele Hartz-IV-Empfänger die Chancen der Arbeitslosigkeit nicht für eine intelligente Persönlichkeitsbildung – ich sage bewusst nicht Berufsbildung.

Noch einmal: Was ist so wünschenswert an einem Tag mit fester Struktur? Das Problem ist vielmehr, dass viele Menschen kein Leben in intelligenter Strukturlosigkeit führen können. Und schauen Sie sich die chaotischen Stundenpläne vieler Studenten an – und DANN sagen Sie mir, was das noch mit einer ordentlichen Struktur zu tun hat. Spätestens als Student habe ich gelernt, ohne klassische Struktur zu leben – alles eine Frage der Gewohnheit.

Und: Manchmal reißt Arbeit die Menschen sogar aus festen Strukturen heraus, etwa bei einem Chaos aus vielen Mini-Jobs, beim Pendeln von Stadt zu Stadt und ständigen Wohnortswechseln.

 

„Kommunikation, Kooperation, soziale Anerkennung und persönliche Identität sind oft eng mit Berufstätigkeit verbunden. Bei Arbeitslosigkeit fehlen diese positiven psychosozialen Einflüsse, was negative Konsequenzen hat.“

All das kann man auch durch Freizeitaktivitäten sowie berufsnahe Freizeitgestaltung erhalten. Entscheidend ist, was genau man in Arbeit und Freizeit macht.

Es gibt auch die dunkle Seite der Berufsarbeit, also einsame, eintönige Arbeiten, die wenig Chancen auf Kommunikation und soziale Anerkennung bieten, sodass diese Menschen in ihrer Freizeit mehr Chancen haben. Manche Arbeiter und Angestellte leiden sogar unter fehlender Anerkennung durch die Vorgesetzten und dem ständigen Gefühl des Versagens. Das ist nicht nur ein Problem von Arbeitslosen, sondern kann auch Arbeiter oder Angestellte treffen. Einige Menschen erhalten erst auf der virtuellen Bühne in der Freizeit oder unter Freunden und Familie wahre Anerkennung, während sie im Job ein Niemand sind, der nur schikaniert wird. Und: Es gibt heutzutage auch viele Freiberufler, die zu Hause einsam am PC arbeiten. Nicht alle Menschen arbeiten in klassischen Arbeits- und Angestelltenstrukturen.

Und wie ich schon sagte: Bei Arbeitslosigkeit fehlen nicht zwingend positive psychosoziale Einflüsse, sondern die fehlen erst, wenn ein Hartz-IV-Empfänger seine Freizeit nicht positiv gestalten kann. Daher: Das Problem vieler Arbeitslosen ist NICHT, dass sie keine Arbeit haben, sondern dass sie ihre Freizeit nicht intelligent gestalten können – umso weniger mit kleinem Geldbeutel.

 

„Arbeit sollte sinnvoll und selbstbestimmt sein sowie Gestaltungsspielraum bieten. Das wirkt sich positiv aufs Unternehmen aus. Andernfalls sind die Mitarbeiter demotiviert und die Produktivität sinkt.“

Das LEBEN soll sinnvoll und selbstbestimmt sein. Ob man hierzu eine bezahlte Berufsarbeit wählt oder andere Wege, ist zweitrangig. Man kann auch als reicher Mensch arbeitslos von einer großen Erbschaft leben. Seltsamerweise hört man dieses Gerede um „Strukturlosigkeit“ und „Sinnlosigkeit“ nur im Zusammenhang mit den arbeitslosen Armen und nicht mit den arbeitslosen Reichen, die von Urlaub zu Urlaub fahren. Zwar weiß ich nicht, ob es unter den Superreichen richtige Nichtarbeiter oder Minimalarbeiter gibt, aber die Wahl hätten sie allemal …

Und: Ob motivierte Mitarbeiter den Profit des Unternehmens steigern, interessiert in dem Kontext nicht! Davon hat der einzelne Arbeiter nichts, sondern das nützt einem Dritten!

Im Zentrum der Studie sollte das persönliche Lebensglück der Arbeiter und Arbeitslosen stehen.

Zwischen den Zeilen steht dort auch, dass schlechte Unternehmenskultur Mitarbeiter demotiviert. Und was lernen wir daraus? Richtig: Arbeit macht manchmal nicht glücklich, sondern traurig.

Gerne zeigt man auf die psychischen Probleme der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger, die zuweilen auch wirklich depressiv, traurig und krank sind. Man sollte aber mal vergleichen: Wie viele Menschen werden durch ARBEIT psychisch und körperlich krank? – gerne auch in weltweiter Betrachtung. Ich denke, das ist die große Mehrheit.

Erkennen Sie, welche Ideologie von Arbeit uns die Medien über solche Pressemeldungen immer wieder vermitteln, bewusst oder unbewusst? Im Folgenden gehe ich auf diese Arbeitsideologie näher ein, die den Diskurs der Gesellschaft durchzieht und fast keinem fällt das auf.

———————- Exkurs ———————-

 

Wie die Machtelite die Menschen seit Jahrzehnten mit Arbeitsideologie manipuliert

Immer sollen die Menschen nach Arbeit rufen. Nach Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Denn Arbeit führt zu Geld und Geld führt zu Essen, einer Wohnung, Sachgütern und Vergnügen.

Intelligente Menschen sollten vom Staat aber nicht Arbeit verlangen, sondern Geld (bedingungsloses Grundeinkommen).

Und noch intelligentere Menschen verlangen einfach einen freundlichen, kostenlosen Zugang zu Essen, Wohnung, Sachgütern, Verkehrsmitteln, Kultur und Unterhaltung, denn kein Mensch braucht wirklich Geld zum Leben.

Würde man die wenige wirklich notwendige Arbeit auf dem Planeten gerecht verteilen, die Weltwirtschaft zum Wohle aller zentralisieren sowie alles an Robotern und intelligenter Technologie zwecks Arbeitseinsparung einsetzen und alle überflüssige Arbeiten streichen, dann könnten wir Menschen ein entspanntes Leben mit nur wenigen Arbeitsstunden pro Tag führen und der Rest wäre Freizeit oder freiwillige Arbeit nach Wahl, wo Spaß und Selbstverwirklichung im Vordergrund stehen und der Geldgewinn zweitrangig ist.

Die Zentralisierung der Wirtschaft und der Einsatz von Technologie zum Einsparen von Arbeitsplätzen ist eigentlich etwas Gutes. Leider lässt die superreiche Elite dieser Welt die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht die Vorteile von Technik und Zentralisierung genießen, sondern hält sie im ewigen Schuldkomplex der Arbeitslosigkeit und der Nutzlosigkeit für die Gesellschaft.

 

Viele Arbeitsplätze und Unternehmen entstehen nur aus Not heraus

Viele Arbeitsplätze und Unternehmen entstehen primär aus der unterschwelligen Not heraus, dass die Menschen irgendwie zu Arbeit kommen müssen, weil ihnen sonst Armut und Sanktionen drohen – und dann müssen sie mit unlogischen Begründungen, etwa zweifelhafter Werbung, ihr eigenes Unternehmen am Markt verteidigen, um ihr finanzielles Überleben zu sichern.

Ich sage es mal ganz radikal: Manches Großunternehmen einer Branche IST das BESTE Unternehmen aus Kundenperspektive. In einer intelligenten und sozial gerechten Gesellschaft bräuchten wir nicht zahlreiche Konkurrenten, die dann mit ihrer „Kauft nicht bei den Großen, fördert die Kleinen“-Philosophie kommen. Wir Menschen brauchen keine überflüssige Auswahl, sondern einfach die beste Wahl – jetzt schon Auswahl inklusive, die wirklich Geschmackssache ist. So möchten wir sehr wohl verschiedene Mode haben, etwa bei Kleidung und Möbeln. Wir brauchen aber nicht unbedingt Banken, Versicherungen und Versandhändler mit zahlreichen Namen.

Wenn ein Unternehmen in einer Branche den Sieg durch beste Qualität erringt, dann wäre es eigentlich wünschenswert, wenn die Konkurrenten sich nicht mit allen Mitteln verteidigen, sondern ihre Energie in schönere Projekte investieren, welche die Gesellschaft mehr bereichern und wo sie wirklich DIE BESTEN sein können.

Leider will die Elite nicht wirklich auf eine perfekte Arbeitswelt hinarbeiten und hat auch untereinander diese unlogischen Konkurrenzkämpfe.

Also, noch mal: Das Problem auf der Welt ist für die meisten Menschen nicht die Arbeitslosigkeit, sondern das Geld sowie die Sachwerte: Essen, Wohnung, Unterhaltung und so weiter.

Arbeitslosigkeit ist für viele Menschen nur ein Problem, weil vieles aus dem Bereich Unterhaltung, Reisen und Kultur nicht kostenlos ist, weshalb alle „arbeiten wollen“. Doch viele wollen gar nicht arbeiten. Viele wollen endlich eine Weltreise machen und im Luxus leben wie die reiche Elite. Doch man erzählt den Menschen, dafür müssen sie arbeiten – während die superreiche Elite dafür gar nicht arbeitet, sondern höchstens andere arbeiten lässt …

Nun gibt es Menschen wie mich, die mit wenig glücklich sind. Doch ich will meinen bescheidenen Lebensstil nicht zum Glücksmaß für alle machen. Vielleicht würden viele Hartz-IV-ler gar nicht so gelangweilt vor dem Fernseher sitzen, wenn man ihnen kostenlos andere Unterhaltungsangebote gäbe, etwa Weltreisen – und SO könnten sie ihre Persönlichkeit, ihre Bildung und ihre Kompetenzen auch aufbauen. OHNE Arbeit im Sinne von Geld-Berufsarbeit! Wie ich schon sagte: Viele Kulturangebote unserer Welt sind bildend und bringen Erfahrungen – bessere als die Büroarbeit.

—————- Ende Exkurs ————–

 

„Oft heißt es, Erwerbslose sollen sich aus eigener Kraft hochziehen, während Erwerbstätigen gute Bedingungen erhalten.“

Wer sagt denn, dass Arbeitslosigkeit überhaupt etwas Negatives ist? Wie gesagt, kann man die freie Zeit auch ohne viel Geld kreativ und intelligent nutzen. Manchmal führt auch gerade Reichtum in Abgründe, in die ein Arbeitsloser nicht fallen kann …

Und: Wenn man arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern sagt, sie sollen sich aus ihrer Lage befreien, kann man genauso sagen: Viele Angestellte sollen sich aus ihrem eintönigen, stressigen Hamsterrad befreien.

Und haben die Erwerbstätigen gute Bedingungen? Es gibt auch viele Unternehmen mit schlechten Bedingungen, gerade wenn wir weltweit denken. Vielmehr haben Arbeitende UND Arbeitslose schlechte Bedingungen.

 

„Die Studie erfasst Eigeninitiative, Selbstregulierung, Arbeitsfähigkeit und allgemeines Befinden der Hartz-IV-Empfänger. Wir schauen, was die Menschen tun, um wieder Arbeit zu haben.“

Wie ich die Studie zu den Hartz-IV-Empfängern verstehe, geht es leider nicht um Arbeit im Sinne von Selbstverwirklichung und Lebensglück, sondern darum, ob die Menschen auch ohne Sanktionen durch das Hartz-IV-Amt aus eigener Initiative Bewerbungen schreiben oder ein Unternehmen gründen – mit anderen Worten: Ob sie Geld verdienen und nützliche (oder auch nutzlose) Berufsarbeit im Sinne von Geldarbeit leisten.

Wie ich schon sagte: Kleine Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden, einfach weil jemand Geld zum Leben braucht. Diese Unternehmen sind nicht immer eine große Bereicherung für die Gesellschaft. In einer intelligenten Gesellschaft könnten viele Unternehmen nicht existieren, doch in einer dummen Gesellschaft ziehen dumme Unternehmer Geld mit Tricks von den noch Dümmeren ab.

Und was ist „Selbstregulation“ bei Hartz-IV-Empfängern? Geld sparen lernen sie zwangsläufig. Besagte Selbstregulation sollte man besser bei den Superreichen untersuchen … Und ich meine nicht nur die Superreichen, die Geld für Luxus rauswerfen, sondern auch alle Asketen, die Millionen nutzlos auf dem Konto horten, während Menschen leiden. Intelligent wäre es, das Geld durch soziale Projekte im großen Stil an die Armen zurückzugeben.

Und was die Hartz-IV-Empfänger tun werden, um Arbeit zu bekommen? Leider wird nur die Geld-Berufsarbeit betrachtet. Man kann aber auch Ehrenarbeit im Internet machen, etwa einen Ratgeber-Blog. Manchmal mag auch das eigene Kind dankbar sein, dass der Familienvater den ganzen Tag Zeit zum Spielen hat.

Und: ARBEIT kann man selbst in der BERUFSWELT recht einfach bekommen. Fragen Sie als Hartz-IV-Empfänger mal an, ob Sie bei einem Unternehmen kostenlos mitarbeiten können. Warum sollte der Geschäftsführer Nein sagen, wenn Ihre Qualifikation reicht? Höchstens wird er ablehnen, weil das Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein.

 

„Hartz IV-Empfänger brauchen Mut, ihren Lebensraum nach ihren Bedürfnissen selbst zu verändern.“

Gerade diese Freiheit haben doch viele Hartz-IV.-Empfänger. Wer sagt denn, dass sie unbedingt in die Arbeitsmühle zurückwollen?

Und die Arbeiter und Angestellten stecken in einem anderen Gefängnis drin und haben durch ihre Arbeitspflichten auch wenig Möglichkeiten, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen zu gestalten.

Man kann als „Normalmensch“ nur zwischen zwei Gefängnissen wählen: dem Gefängnis des Geldes oder dem Gefängnis der Zeit. Der Arbeitslose hat viel freie Zeit, um sein Leben zu gestalten. Aber die Grenzen setzt ihm das Geld. Der Angestellte dagegen hat viel Geld, um sein Leben zu gestalten – aber er hat nur wenig Zeit, diese finanzielle Freiheit zu nutzen. Und am schlimmsten dran sind die Geringverdiener, die nichts von beidem haben.

Übrigens: Damit Hartz-IV-Empfänger ihren Lebensraum nach ihren Bedürfnissen verändern, muss man ihnen gar nicht Arbeit geben, sondern einfach Geld. Dann werden viele schon aktiv werden …

Klar, das klingt illusorisch. Doch ich will zeigen, auf welche unterschwellige Weise die Normalmenschen im Denken eingeengt werden, während die wahrhaft Reichen und Mächtigen dieser Welt in ganz anderen Dimensionen denken, was das Gestalten des eigenen Lebens angeht – MIT Geld und weniger mit Arbeit.

 

„Sanktionen durch Hartz IV werden als Kontrollverlust erlebt. Die Menschen haben das Gefühl, ihr Leben nicht kontrollieren zu können. Selbst die nicht sanktionierten Hartz-IV-Empfänger leben ständig in Angst vor Sanktionen.“

Diese Bedrohung ist NICHT nur „ein Gefühl“ oder eine irrationale Angst, sondern eine eiskalte Wahrheit. Es ist eine TATSACHE, dass das Jobcenter den Arbeitslosen die Kontrolle über ihre Existenz entzieht, wenn es das Geld streicht.

Statt implizit die Schuld bei den Arbeitslosen zu suchen, die mit diesem Stressfaktor nicht umgehen können, sollte man diesen Stressfaktor einfach ausschalten – in Deutschland und überall auf der Welt. Die Lösung heißt: bedingungsloses Grundeinkommen. Denn: WARUM ZWINGT man die Arbeitslosen trotz so wenig Arbeit auf der Welt ständig zur Jobsuche? Man könnte Hunger und Armut auf der Welt durch eine intelligente globale Organisation beseitigen, doch die Mächtigen tun das mit Absicht nicht. Man will für die Mehrheit der Weltbevölkerung kein Paradies auf Erden. Die Menschen sollen entweder arbeiten oder sterben, im Idealfall nur leben, solange sie arbeiten können. Das Paradies soll einer Elite vorbehalten bleiben – und Verschwörungstheoretiker wissen, warum.

Bedenken Sie: Man ZWINGT die Menschen weltweit zu SINNLOSER Arbeitssuche oder zur Selbsterschaffung fast SINNLOSER Unternehmen. Oder was glauben Sie, warum hier das zehnte Restaurant und dort die zehnte Werbeagentur eröffnet? Gewiss, viele Menschen lieben ihre Arbeit. Aber: Würden all die kreativen Unternehmer und Freiberufler ihre Arbeit noch machen (in DEM Stundenumfang), wenn sie genug Geld für ein sorgloses Leben hätten? Was geschähe, wenn man diesen Menschen unbegrenzt Geld für eine Weltreise, für ein Leben auf einer tropischen Insel, für ein Wohnen in den aufregendsten Luxushotels mit den interessantesten Genüssen oder gar für ein Raumschiff gäbe, um andere Planeten zu bereisen? – Oder einfach nur, um jeden Tag sorglos ausschlafen zu können, ohne sich über die Kunden und Rechnungen Gedanken zu machen. Wie viele Menschen bleiben angesichts solcher Möglichkeiten noch bei ihren Restaurants und Werbeagenturen?

Viele scheinbare Traumjobs entstehen nur, weil intelligente Menschen Wege suchen, in dieser Welt voller Grenzen ein halbwegs selbstbestimmtes Leben zu führen. Und lieber schaffen sie sich selbst eine interessante Arbeit, als sich aus Zwang durch die Agentur für Arbeit um langweilige Systemjobs zu bewerben, bei denen es sowieso zu viele Bewerber gibt.

Und weil die wirklich nützlichen und lebensnotwendigen Arbeiten auf dieser Welt längst von anderen Menschen getan werden, denkt man sich eine kreative Nische aus, die mal sinniger und mal unsinniger sind, und schafft bei den Menschen „neue Bedürfnisse“, um an ihr Geld zu kommen. Nun, das Arbeitsamt freut sich, weil es dann einen Arbeitslosen weniger und einen Steuerzahler mehr gibt. Viele Unternehmen entstehen also aus dem Zwang, in einer Welt arbeiten zu müssen, in der man keine neue Arbeit mehr braucht.

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