2.1. Wie sich die Freimaurerei in der Öffentlichkeit präsentiert

Humanismus, Toleranz und der Leitspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“

Die klassische Freimaurerei tritt als Förderer von karitativer Wohltätigkeit, Humanismus, Toleranz, Bildung und freiheitlicher Aufklärung auf. Neue Mitglieder und die Öffentlichkeit nehmen dies oft als das ganze Wesen der Freimaurerei wahr. Die klassische Freimaurerei hat nur drei Grade und heißt auch Johannes-Freimaurerei, formell benannt nach dem biblischen Johannes den Täufer. Mitglied werden kann offiziell jeder freie Mann von gutem Ruf.

Die Freimaurer verstehen sich als moralische Bruderschaft freier Menschen, die in lebenslanger ehrbarer Arbeit an sich selbst ihren Charakter zum Wohl der Gesellschaft vervollkommnen. In ihrem Symbolismus ausgedrückt: Die Freimaurer brechen die Kanten vom „Rauen Stein“ ihres Charakters ab, bis ein guter Würfel entsteht, mit dem man in der Gesellschaft der Menschen ein vernünftiges Gebäude zum Wohl aller bauen kann. Das ist als Humanismus und Toleranz bekannt.

Ihrem Leitbild nach setzen sich die Freimaurer für Humanismus und Toleranz in der ganzen Gesellschaft ein, wo sie selber als Vorbilder vorangehen, mehr als Diener der Gesellschaft statt als privilegierte Elite.

Die fünf Grundideale der Freimaurer sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, die man im Leben lebt und für deren Verwirklichung in der Gesellschaft man sich ein Leben lang einsetzt:

Freiheit bedeutet die Freiheit von Unterdrückung als Grundvoraussetzung für einen freien Geist und individuelle Verwirklichung eines Menschen. Gleichheit bedeutet die Gleichheit aller Menschen ohne Klassenunterschiede und die Gleichheit vor dem Gesetz. Brüderlichkeit bedeutet Vertrauen, Fürsorge, Sicherheit und Verantwortung untereinander. Toleranz bedeutet offenes Zuhören und Verständnis für andere Meinungen. Die Humanität umfasst alle anderen vier Grundsäulen und wird durch den „Tempel der Humanität“ symbolisiert, an dem die Freimaurer ihr Leben lang arbeiten.

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Historische Revolutionen und Werke berühmter Freimaurer

Brüderlichkeit ist der Grundgedanke der Freimaurerei. Für Unabhängigkeit, Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Bürgerlichkeit und den Kampf gegen Sklaverei haben sich viele berühmte Freimaurer eingesetzt. An zahlreichen Revolutionen und Umstürzen waren Freimaurer beteiligt.

Die Französische Revolution von 1789 war im Grunde ein Werk der Freimaurer, auch die Gründung der USA. Alle berühmten Männer dieser Revolutionen waren Freimaurer, ebenso viele spätere US-Präsidenten und die Gründer der Vereinten Nationen. Auch viele berühmte Schriftsteller und andere Kulturträger waren Freimaurer, etwa Wolfgang von Goethe oder der Benimmlehrer Adolf von Knigge, ebenso Menschen aus Politik und Wirtschaft.

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Wie sich die Geheimgesellschaft der Freimaurerei organisiert

Die Geheimgesellschaften der Freimaurer sind in lokalen Logen organisiert. Jede Loge einer Stadt ist eine kleine Geheimgesellschaft. Alle Logen vereinen sich zu einem landes- und weltweiten Netz.

Die kleinen Logen sind in mehreren Großlogen zusammengeschlossen, etwa der „Großen Landesloge der Freimaurerei von Deutschland“. Einige Logen sind christlich ausgerichtet, andere philosophisch.

Die kleinen Logen sind den Großlogen zu Gehorsam verpflichtet. Es gibt also eine pyramidale Rangordnung. Weltweit gibt es rund 5 Millionen Freimaurer.

Jede Loge ist auch selbst nach dem Pyramidenprinzip aufgebaut: Es gibt Lehrlinge, Gesellen und Meister. Jeder Loge steht ein „Meister vom Stuhl“ vor.

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Was in den Freimaurerlogen gelehrt wird

In den Logen vermittelt man die freimaurerischen Werte durch Rituale, Symbole und gleichnishafte Geschichten. Es gibt auch Vorträge zu verschiedenen Themen wie Soziales, Kultur, Wirtschaft, Politik, auch Grenzwissenschaft, Esoterik, Mystik und Okkultismus.

Das Diskutieren über Politik und Religion im Sinne von Streit ist in der Loge formell untersagt, aber das schließt allgemeinere politische und religiöse Themen wohl nicht aus.

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Freimaurerei – das ewige Streben nach dem Ideal

Ein Freimaurer wird nicht zum Freimaurer ausgebildet, sondern entwickelt sich zum Freimaurer. Mit der reinen Mitgliedschaft ist man noch kein Freimaurer im idealistischen Sinn.

Man kann schwer sagen: „Ich bin Freimaurer“, weil dies ein Ideal verkörpert, ähnlich wie Jesus und Gott für die Christen. Aber man gibt den Brüdern ein Ideal zum Streben, so wie die Christen Jesus haben. Diese Ideale sind unerreichbar wie Sterne, aber man kann sich daran orientieren. Deshalb ist auch Jesus Christus als Vorbild wichtig, wenn man die Menschen zu einem gewissen moralischen Stand bewegen will.

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Welche Menschen zur Freimaurerei kommen

Nur hochintelligente, gebildete Menschen kommen zu den Freimaurerlogen, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer. Sie wollen wissen, wie alles im Leben zusammenhängt, wie Energien wirken und was die Welt im Innersten zusammenhält – Fragen, auf die die normale Gesellschaft keine Antworten gibt. Die Freimaurerei hat Antworten auf die großen Fragen.

Je intelligenter ein Mensch, desto kritischer ist er. So versammelt sich in der Freimaurerei eine ganz bestimmte Bildungsschicht nach dem Naturgesetz der Resonanz: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Dort sind Menschen, die ähnlich denken und fühlen und sich daher gut vertragen. Es ist nicht so, dass eine hohe Macht diese Menschen aussucht. Das ergibt sich durch das universelle Resonanzgesetz. Es entwickelt sich eine Eigendynamik in einem Energiefeld, wo man zueinander findet und über Energien etwas in der Welt bewirkt.

(Aussagen des interviewten Hochgrad-Freimaurers)

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Freimaurerei als freiheitliche Geisteshaltung

Freimaurerei ist im Grunde eine freiheitliche Geisteshaltung und war so gesehen immer, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer. Aus seiner persönlichen Sicht war sogar Luzifer der erste Freimaurer, weil er sich dem Diktat seines Erschaffers widersetzte. Ob das gut oder schlecht war, sei dahingestellt.

Jedenfalls hat es immer freiheitliebende und selbstständig denkende Menschen gegeben, Minderheiten, die sich in Gruppen versammeln, in den Untergrund gehen und schweigen, weil die Masse der Menschheit sie misstrauisch beobachtet. Die Mehrheit der Menschen sei der Obrigkeit hörig, aber gerade dies ermögliche erst die weltweite Macht der Elite einschließlich der höheren Freimaurer, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer.

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Wie Freimaurer die Religion sehen

Beim höchsten Gott bekennen sich viele Freimaurer zum Schöpfungsprinzip des „Dreifach Großen Baumeisters alter Welten“. Das ist der gemeinsame Nenner, mit dem man als toleranter Freigeist den höchsten Gott bezeichnet. Wie der einzelne Freimaurer sich diesen Baumeister vorstellt, ob als Persönlichkeit oder Energieform, steht jedem frei, auch ob er philosophisch, esoterisch, christlich oder anders denken will. In Freimaurerlogen ist formell die Diskussion über Religion untersagt und man soll sich in Toleranz gegenüber allen Religionen, Philosophien und sonstigen Meinungen üben.

Nun haben viele Religionen aber starre Dogmen und sehen ihre Religion als die einzig wahre an. Das zuwiderläuft dem Konzept der Freimaurer mit Humanismus, Liberalismus und Toleranz, also dass jeder Mensch seinen Glauben frei wählen kann einschließlich Philosophie und Esoterik.

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Die christliche und die philosophische Freimaurerei

Es gibt in der Freimaurerei die christliche und die philosophische Lehrart.

Bei der Philosophie ist es egal, ob man Gott oder eine energetische Macht als Leiter des Universums erkennt. Die philosophische Lehrart der Freimaurerei ist offener.

Aber in Europa sind viele Menschen so vorgeprägt, dass sie sich mit christlichen Betrachtungen leichter tun, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer. Im Christentum und in der christlichen Freimauerei muss man immer einen christlichen Gott erkennen.

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Was unterscheidet Freimaurerei von Religion?

Viele Menschen suchen Lehren, Dogmen und ein vorgeprägtes Gottesbild in der Außenwelt zum Festhalten. Sie haben Probleme, ihrer Intuition zu vertrauen, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer.

Die Freimaurerei ist dogmenfrei, aber zielgerichtet. Bei der Freimaurerei stürzt sich der Bewerber ins kalte Wasser des Unbekannten, nicht wissend, was ihn erwartet.

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Warum die Freimauerei eine Weltreligion will

Der interviewte Hochgrad-Freimaurer erklärt: Einzelne Religionen sollen aus Sicht der Freimaurer keinen Absolutheitsanspruch erheben, sondern alle Menschen sollen friedlich mit ihrer eigenen Gottesvorstellung miteinander leben.

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Literatur: „Geheimgesellschaften 3. Krieg der Freimaurer. Ein Hochgradfreimaurer packt aus!“ (von Jan van Helsing)

Mehr zum Thema: „Geheimgesellschaften, Illuminaten, Freimaurer und die Neue Weltordnung