2.2. Die offizielle Freimaurerei und die geheime Hochgrad-Freimaurerei

Es gibt in der offiziellen Freimaurerei nur drei Grade: Lehrling, Geselle und Meister. Das sind die „Johannes-Grade“ oder „Blauen Grade“. Sie symbolisieren den Weg der persönlichen Weiterentwicklung des Menschen.

Die Grundfarben der Johannes-Freimaurerei sind Blau und Gold. Deshalb heißen diese Logen auch „Blaue Logen“. Blau stellt nach dem interviewten Hochgrad-Freimaurer die Unendlichkeit des Weltalls dar.

In den unteren Graden hat man noch das Gefühl von Christentum in der der Loge, aber das Wort wird nicht verwendet. Man denkt nur, es sei christlich. Davon entfernt man sich später noch mehr.

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Was Freimaurer in den ersten drei Graden lernen

Der Grad des Lehrlings

Der Lehrlingsgrad ist die Stufe der Selbsterkenntnis, wo der Lehrling seine Unvollkommenheit als Mensch erkennen soll, symbolisiert durch den rauen, kantigen Stein. Dieser ist auf der Arbeitstafel der Freimaurer aufgezeichnet und daneben der Würfel als perfekter Stein. Die Arbeitstafel liegt oft als Teppich der Freimauerloge aus.

Als Unvollkommener soll der Lehrling den Wert von Menschlichkeit, Hilfe und Brüderlichkeit erkennen. Durch ständige Arbeit an sich selbst soll sich er zu einem nützlichen Baustein im Tempel der Humanität entwickeln, also im zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft.

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Der Grad des Gesellen

Nach etwa einem Jahr wird ein guter Lehrling zum Gesellen befördert, dessen Symbol der Würfel ist. Er soll sich in Selbstdisziplin üben, denn dies ist die Voraussetzung, damit sich alle Menschen wie perfekte Bausteine zu einem Tempel der Humanität zusammenfügen. Es geht also um eine perfekte Gesellschaftsordnung.

Der Geselle soll die Vervollkommnung der sozialen Beziehungen zu seinen Brüdern und Mitmenschen abstreben und sich als guter Würfel in diese Gesellschaft einsetzen.

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Der Grad des Meisters

Im Grad des Meisters soll der Freimaurer die Vergänglichkeit seines Lebens erkennen und seinen Lebensplan überdenken. Er wird mit dem Tod konfrontiert.

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Der Sinn der unteren „Blauen Logen“

Die „Blauen Logen“ dienen das Sammelbecken, um passende Persönlichkeiten für die Ziele der Freimaurerei zu finden. Hier kann prinzipiell jeder Mitglied werden und hier findet die Grunderziehung zur Freimaurerei statt.

Die Freimaurerei stellt eine geistige Elite dar, doch selbst aus ihr werden nur die besten ausgewählt. Die Mehrheit der Millionen Freimaurer ist nicht in der Lage, Weltpolitik zu machen. Aber funktionieren müssen sie.

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Exkurs: Was sind Forschungslogen?

An Forschungslogen kann ein Freimaurer Schriften mit seinen Gedanken und Erkenntnissen senden, die die Loge dann als Jahresschrift für alle Freimaurer herausgibt. Die Freimaurerei besitze zwar das wirkliche Wissen der Menschheit, doch ob die Brüder das erkennen, ist eine andere Sache, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer.

Die Forschungslogen befriedigen Mitteilungsbedürfnis und Stolz. Ob die anderen Freimaurer die Bücher lesen, ist wieder so eine Sache.

Die Forschungslogen sind auch ein Mittel, um die Brüder auszuforschen. Die höheren Freimaurer erfahren durch ihre Offenbarungen, was die Freimaurerei bei den unteren Brüdern bewirkt. Sind die Ergebnisse unerwünscht, kann man gegensteuern. Wie viele Brüder die Wahrheit der Freimaurerei erkannt haben, kann man anhand dieser Bücher sehen.

(Aussagen des interviewten Hochgrad-Freimaurers)

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Die geheimen Hochgrade der Freimaurerei – die Roten Grade

Für die hohen Grade kann man sich nicht bewerben, sondern wird irgendwann auserwählt – weil die Loge sich etwas von dieser Person verspricht. Dafür muss man sich durch geistige Arbeit am Salomonischen Tempel bewähren, der vor allem ein geistiges Gebäude darstellt.

Bei gutem Eindruck erhält man als Meister der blauen Grade eine Einladung für die geheimen Hochgrade. Das sind die „Roten Grade“. Einst war das Hochgrad-System sehr geheim und die unteren Freimaurer wussten nichts davon. Heute ist alles bekannter.

Alle Grade der Freimaurerei sind wie bei der Pyramide angeordnet, was zeigt, dass es ein elitäres System ist. Zur Spitze hin werden die Gruppen immer kleiner und haben immer mehr Macht.

Im Grunde geht es in der Freimaurerei um das Geistige, aber die meisten Brüder wollen nur Auszeichnungen und Orden, wodurch sie das Wesentliche verpassen.

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Das System der Hochgrad-Freimaurerei

Es gibt im Hochgrad-System vor allem zwei Wege: den Schottischen Ritus und den York-Ritus.

Im Schottischen Ritus geht das Hochgrad-System vom 4. bis zum 33. Grad. Wirklich bearbeitet werden in Deutschland aber nur wenige Grade. Die anderen werden nur durch „Mitteilung“ verliehen. Die Schottengrade heißen auch „philosophische Grade“. Der Begriff „Schotten-Ritus“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „dunkel“, da die Freimaurer höherer Grade den Brüdern niedrigerer Grade ihren Rang verschweigen.

Der York-Ritus hat christliche Grade. Er besteht aus 10 Graden, auch Templergrade genannt. Man pflegt die Prinzipien der (christlichen) Ritterlichkeit, die ein Bekenntnis zum trinitarischen Christentum voraussetzen.

Einige Freimaurer-Grade entwickeln sich auch so weiter wie im Alten Testament. Man wird zu einem Hohepriester der Salomonischen Tempels.

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Die wahre Bedeutung der Toleranz in der Freimaurerei

Die Erziehung des Freimaurers zu Toleranz hat einen hohen Wert. Schon der Neuling soll tolerant sein.

Man sucht starke Persönlichkeiten mit den Mut fürs Unbekannte, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer. Es geht um Menschen, die ein geistiges Experiment wagen. Genau dafür wird Toleranz gefordert.

Man muss neue Weltanschauungen, Wahrheiten und Erkenntnisse annehmen können, außerhalb des gewohnten Denkens. Deshalb wird ein Bruder sorgfältig beobachtet, ehe man ihn zum Hochgrad-System zulässt. Dort trifft er auf Strukturen, die mit dem gewohnten Christentum nichts zu tun haben – und diese neuen Gedanken muss er tolerant akzeptieren. Er wird mit einer Wahrheit konfrontiert, die dem widerspricht, was er von Kindheit an gelernt hat. Vor allem mit der Wahrheit über den Gott der Bibel.

Eine Geisteshaltung der Freimaurerei ist auch: Ich teile deine Meinung nicht, aber ich würde mein Leben für deine Meinungsfreiheit geben.

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Wie die Freimaurerei Antworten auf die großen Fragen der Menschheit gibt

Die Freimaurerei ist wie eine riesige Bibliothek mit Abteilungen von Grad zu Grad, im Schottischen Ritus mit 33 Stockwerken. Mit jedem Grad darf man ein höheres Stockwerk betreten und neue Bücher lesen, die zusammen das gesamte Wissen der Menschheit enthalten. Hier kann man alles erfahren, allerdings muss man das  erkennen. Die Freimaurerei bietet keine fertigen Antworten, sondern man muss sich diese selbst erarbeiten. Etwa: „Wie ist das mit Gott und der Geisterwelt?“

Was man da herausholt, ist das Ergebnis der eigenen Fähigkeit. Wer sich nicht bemüht oder ohne Talent ist, wird aus der Freimaurerei nichts herausholen. Er wird enttäuscht sagen: „Ich bin durch alle Grade gegangen, aber ich versichere, es ist nichts dahinter.“

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Literatur: „Geheimgesellschaften 3. Krieg der Freimaurer. Ein Hochgradfreimaurer packt aus!“ (von Jan van Helsing)

Mehr zum Thema: „Geheimgesellschaften, Illuminaten, Freimaurer und die Neue Weltordnung