3.1. Rituale in der Freimaurerei: Lehrling, Geselle, Meister und die Hochgrade

Der von Jan van Helsing interviewte Hochgrad-Freimaurer erzählt über die Rituale der ersten drei Freimaurergrade folgende Dinge:

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Der erste Grad – der Lehrling und wie das Lehrlingsritual abläuft

Der erste Grad des Lehrlings ist der wichtigste, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer.

Das Aufnahmeritual enthält bereits die ganze Weisheit der Freimaurerei. Das erkennt der Freimaurer aber erst nach vielen Graden und Jahren.

Im ersten Grad ist alles Wissen der Freimaurerei enthalten, in der Vielfalt der Symbolik und Zusammenhänge.

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So läuft das Ritual ab:

(Je nach Loge kann es etwas anders sein.)

Zuerst führt man den Suchenden in eine dunkle Kammer, wo manchmal eine Kerze brennt. Dort ist er allein mit seinen Gedanken. Er weiß nicht, was ihn erwartet. Man verliert das Zeitgefühl.

Nach längerer Zeit fordert ein Logenbruder ihn auf, alle Metalle abzulegen. Es ist das Sinnbild absoluter Reinheit. Der Suchende soll also nicht durch Gegenstände, Orden und Ehrenzeichen verführt werden. Die Kleidung des Suchenden wird nun halb entstellt, sodass man halb bekleidet und halb unbekleidet ist. Das zeigt ein Zwischenstadium in der Entwicklung des Menschen.

Nun erhält man eine Augenbinde und wird mit verdunkelten Augen in die Loge geführt. Ein Bruder leitet den Suchenden, man geht aber gezielt einige Umwege.

Schließlich verlässt der Begleiter den Suchenden, der nun symbolisch einen neuen Weg geht. Im kosmischen Sinne betritt er nun die Erde. Dabei kam er aus einem Bereich, der nicht unserem Planeten und unserem Universum angehört. Die Loge stellt die Erde dar oder auch unser Universum.

Nun folgen drei symbolische Reisen des Lehrlings, Reisen zu einem Ziel, das er noch nicht kennt.

Aber der Bruder führt den Kandidaten immer weiter nach Osten in der Loge, wo der „Meister vom Stuhl“ sitzt. Der Meister vom Stuhl stellt dem Kandidaten viele Fragen. Immer wieder wird man gefragt, ob man wirklich dazugehören will. Da der Stuhlmeister einen rechten Winkel trägt, ist er zugleich der Winkelmann.

Es folgen dann mehrere Handlungen wie die symbolische Blutmischung, wo aber kein echtes Blut fließe. Ein spitzer Zirkel wird aufs Herz gesetzt und der Meister schlägt mit einem Hammer darauf, ohne dass Blut fließt. Symbolisch lässt der Kandidat sein altes Leben absterben, um ein neues Leben zu beginnen. Es geht im Ritual symbolisch um Tod und Neugeburt.

(Jan van Helsing erzählt kritisch von einem kleinen realen Blutritual aus einer alten Freimaurerschrift, wo der Anwärter Wein trinken soll, der Blutstropfen aller Brüder enthält. Das ist heute aber kein Standard.)

Dann nimmt man dem Suchenden die Augenbinde ab und erteilt ihm das Licht. Er sieht nun den prachtvollen Raum der Loge, den von vielen Symbolen geprägten Saal und die edel gekleideten Brüder, die eine hohe Würde ausstrahlen. Jetzt wird der neue Kandidat als Freimaurer eingekleidet.

Mit Schwüren vor dem Altar verspricht er, sich den Gesetzen der Loge zu unterwerfen, die Brüder zu akzeptieren, zu schweigen und keine Geheimnisse zu verraten. (Heute sind viele „Geheimnisse“ der Freimaurerei aber trotzdem bekannt, wie der interviewte Freimaurer zugibt.)

Die erste Aufgabe des Lehrlings ist es, das richtige Benehmen eines Freimaurers zu lernen. Als Lehrling muss man arbeiten, zuhören, gehorchen und schweigen.

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Der zweite Grad – der Geselle

Als Geselle macht man wieder rituelle Reisen durch die Loge, aber mit anderen Symbolen.

Auf den symbolischen Reisen erzählt man dem Kandidaten viele allgemeine Weisheiten und man muss wieder Fragen beantworten. Bei einem Grad heißt es zum Beispiel: „Kein Leben ohne Tod, kein Tod ohne Leben.“ Dann hat man Zeit, darüber nachzudenken, und erhält am nächsten Haltepunkt der Reise wieder eine Weisheit.

Gesellen reisen auch in Begleitung eines Freimaurer-Meisters zu befreundeten Logen.

Außerhalb der Freimaurerei legen Menschen bei politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anlässen gerne feierlich die Hand aufs Herz, das Gesellenzeichen, das die Freimaurerzugehörigkeit vermuten lasse.

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Der dritte Grad – der Meister

Als Meister wird man von den Brüdern in einen Sarg gestoßen, was ein weiteres bewegendes Erlebnis für den interviewten Hochgrad-Freimaurer war. Das Sterben des alten Menschen wird offensichtlicher als beim Lehrling oder Gesellen.

Der Sargdeckel wird geschlossen und man hört nur noch, wie die Brüder draußen Worte sprechen und Rituale vollziehen. Das geht ganz tief ins Unterbewusstsein, so der Hochgrad-Freimaurer. Aber es ist eine wahrhaft gewaltige Erfahrung (wobei Jan van Helsing das kritische Wort „Gehirnwäsche“ einbringt).

Es ist aber ein großer Unterschied, ob sich ein Freimaurer rituell und mit entsprechender Geisteshaltung in einen Sarg legt oder ein profaner Mensch. Ein profaner Mensch wird dabei nichts Besonderes empfinden. Außerhalb der Freimaurerei hat dieser Akt keine große Wirkung. Ein Freimaurer erlebt dagegen eine Initiation, die nicht beschreibbar ist und die man nur als Freimaurer erleben kann, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer. Daher kann man die Geheimnisse der Rituale auch nicht verraten. Sie bleiben bei dem, der sie durchlebt hat.

Beim Meisterritual spielt man die Ermordung des Baumeisters vom Salomonischen Tempel nach, der in der Freimaurerei eine zentrale Rolle spielt. Der Baumeister dieses Tempels ist laut der Bibel Hiram Abif. Der Legende zufolge wollten die Gesellen von ihm das Meisterwort für mehr Geld als Lohn bekommen, aber der Meister verriet es bis zum Tod nicht. Seine drei Gesellen ermordeten ihn, was das Freimaurer-Ritual symbolisch darstellt. Seitdem sucht die Menschheit nach dem verlorenen Meisterwort.

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Rituale in den Hochgraden

Bei den Ritualen der Hochgrade geht es wieder um das Absterben alter Vorstellungen und das Annehmen neuer Geisteshaltungen. Man ändert also ständig den Blickwinkel auf die Welt. Es gibt einige Höhepunkte, aber einige Rituale seien eher langweilig, so der interviewte Hochgrad-Freimaurer.

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Ritual das 33. Grades im Schottischen Ritus

Beim Ritual des 33. Grades werden alle Religionen der Welt gleichberechtigt nebeneinander gestellt. Es soll zeigen, dass es unwichtig ist, welchen Göttern und Religionen man anhängt und dass der Mensch das Wichtigste ist. Er ist die Krone der Schöpfung.

Trotzdem erkennt man noch einen Schöpfer der Ewigkeit, der für den Menschen aber nicht erfassbar ist. Er muss nur akzeptieren, dass es ein höheres Sein gibt, das ihn beeinflusst – das „Supreme Beeing“, der nicht erfassbare, eigentliche Gott, der alles geschaffen hat.

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Literatur: „Geheimgesellschaften 3. Krieg der Freimaurer. Ein Hochgradfreimaurer packt aus!“ (von Jan van Helsing)

Mehr zum Thema: „Geheimgesellschaften, Illuminaten, Freimaurer und die Neue Weltordnung