Mein Kommentar zu: „Hunderttausende Flüchtlinge haben einen Job“

Bei T-Online erschien kürzlich die Nachricht „Hunderttausende Flüchtlinge haben einen Job“. Dies seien mehr als 300.000 Menschen, von denen auch 238.000 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben. Hinzu kommen 28.000 Flüchtlinge, die eine Lehre begonnen haben. Aus Sicht der Bundeagentur für Arbeit laufe alles „ganz gut“. Die Erwartungen seien sogar leicht übertroffen worden.

Was ist daran gut, wenn neue Konkurrenten auf einem ohnehin schon überfüllten Arbeitsmarkt erscheinen? Und seien wir ehrlich: Die Flüchtlinge bekamen ihre Jobs sicherlich nur aufgrund spezieller Integrationsprogramme oder weil sie mal wieder billiger als die ohnehin schon billigen deutschen Arbeitskräfte waren. Fast kein Unternehmen in Deutschland hat einen guten Grund, einen Flüchtling einem deutschen Arbeitsuchenden vorzuziehen. Als Gründe sehe ich nur:

  1. Die Flüchtlinge sind billiger als deutsche Arbeitskräfte.
  2. Es gab für die Unternehmen Prämien für die Erfüllung einer Flüchtlingsquote.
  3. Die Unternehmen profitieren von einem humanitären Image oder ähnlichen Vorteilen.
  4. Die Flüchtlinge machen unbeliebte Jobs, die ohnehin kein Deutscher und auch kein Ausländer mit deutschem Pass für schlechtes Geld machen will (= „Fachkräftemangel“).

Oder will mir jemand ernsthaft erzählen, die meisten Flüchtlinge hätten sich unter den regulären Bedingungen am Arbeitsmarkt gegenüber anderen Bewerbern durchgesetzt, also bei einem normalen Bewerbungsverfahren? Da zählte sicher der „Härtefall-Bonus“.

Mir machen solche „Erfolgsnachrichten“ eher Sorgen. Den Deutschen wird es immer als positiv verkauft, wenn Flüchtlinge Arbeit bekommen, weil das besser sei als Arbeitslosigkeit und die Flüchtlinge den deutschen Arbeitenden somit nicht auf der Tasche sitzen. Nur: Wie viele der deutschen Arbeitsuchenden (auch jene „Passdeutschen“) haben stattdessen KEINEN Job bekommen? Vermutlich müssen den deutschen Arbeitenden so oder so eine Menge arbeitslose Menschen finanzieren.

Außerdem: Ist die Zahl „300.000 Flüchtlinge“ wirklich groß? So flüchtlingsfreundlich, wie die Mainstream-Medien sind, werden sie fast jede noch so kleine Zahl als Erfolg verkaufen. Und „Erwartungen übertroffen“ kann auch bedeuten, nur eine ohnehin schon niedrige Erwartung übertroffen zu haben. Das sagt der Chef der Bundesagentur für Arbeit zwischen den Zeilen sogar selbst: „Das sind Zahlen, die sind gut. Dafür, dass die Menschen aus humanitären Gründen gekommen sind und nicht, um hier einen Job zu finden.“ Bedenken Sie das „Dafür“ in diesem Zitat. Das bedeutet, die Zahlen sind eigentlich schlecht, wenn man eine strengere, klassische Messlatte nehmen würde.

In der Tat sind 300.000 Arbeitende unter den Flüchtlingen nicht wirklich viel, wenn man bedenkt, dass weit über eine Million Flüchtlinge gekommen sind – und zwar keine Rentner und Kleinkinder, sondern bekanntlich meist junge Männer im besten arbeitsfähigen Alter. Aus einer Mainstream-Medienquelle entnahm ich die Zahl 1,6 Millionen Flüchtlinge in Deutschland, wobei die wahre Zahl sicher höher ist. Jedenfalls steht selbst in dem T-Online-Artikel, dass noch etwa 482.000 Flüchtlinge als arbeitsuchend gemeldet sind. Mit anderen Worten: Die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen liegt bei über 50 Prozent! 300.000 Arbeitende stehen 482.000 Arbeitsuchenden und 187.000 Arbeitslosen gegenüber! Also 300.000 gegen 66900. Das bedeutet eine Arbeitslosigkeit von 60 Prozent unter den Flüchtlingen. Und von diesen 300.000 Flüchtlingen haben nur 238.000 einen sozialversicherungspflichtigen Job, was die Zahl der „ordentlich Arbeitenden“ nochmals senk.

Im T-Online-Artikel steht, der wichtige Erfolgsfaktor für einen Job als Flüchtling sei die Sprache. Das ist sicher nicht falsch, nur ich setze mal hinzu: „Der wichtigste Erfolgsfaktor für einen Job ist die Sprache, kombiniert mit der Bereitschaft, gute Arbeit für wenig Geld zu machen.“ Hätten die Flüchtlinge höhere finanzielle Ansprüche, fallen sie für den Arbeitsmarkt weg, weil sie damit in der Regel keinen Vorteil gegenüber deutschen Arbeitskräften bieten.

Weiterhin steht im T-Online-Artikel, dass „viele Flüchtlinge“ eine Lehre begonnen haben. Gemeint sind 28.000 Flüchtlinge. Diese Zahl wirkt schon an sich so klein, dass ich das Wort „viele“ gewagt finde.

Doch wie ich schon sagte: Für mich ist es sekundär, wie viele Flüchtlinge einen Job in Deutschland bekommen, solange die Arbeitslosigkeit in diesem Land hoch bleibt. Dass einige Flüchtlinge Arbeit haben, hat auch nicht nur positive Seiten, denn die Besetzung von Arbeitsplätzen durch Ausländer ist auch eine Form von „Invasion“ und gibt den ausländischen Arbeitenden eine gewisse Macht im fremden Land. Wenn man provokant sein möchte, kann man den Spieß noch weiter drehen: Was ist Ihnen als Deutscher lieber: Wenn es arbeitslose Flüchtlinge gibt, aber dafür Deutsche in den Arbeitsstellen oder wenn die Flüchtlinge arbeiten und die Deutschen zu Hause sitzen? Oder einmal ganz praktisch: Von wem möchten Sie im Supermarkt, im Büro oder sonst wo lieber bedient werden: Von einem Deutschen oder von einem Flüchtling? Oder wann gibt Ihnen das Produktlabel „Made in Germany“ ein besseres Gefühl? Wenn Sie wissen, dass die Produkte von echten deutschen Fachkräften oder von quer eingestiegenen Flüchtlingen gefertigt wurden?

Ja, mein Beitrag mag ziemlich „rechts“ sein, ich weiß. Doch erstens ist das mein persönlicher Blog und zweitens versichere ich Ihnen eines: Mein Unmut richtet sich nicht so sehr gegen die Flüchtlinge an sich (davon ist mir zumindest ein Teil durchaus sympathisch), sondern in erster Linie gegen die Deutschen (!), die ständig solche Propaganda für die Flüchtlinge machen.

Übrigens: Hohe Arbeitslosigkeit ist eigentlich etwas Gutes. Das wahre Problem in allen Ländern dieser Welt ist nicht die Arbeitslosigkeit, sondern das fehlende Grundeinkommen und eine gerechte Arbeitsverteilung für alle. Man bräuchte nicht die eine Hälfte der Menschen 40 bis 50 Stunden die Woche arbeiten lassen und die andere Hälfte gar nicht. Das ließe sich alles gerechter regeln, wenn man es wollte, aber das wollen die mächtigen Weltherrscher nicht – und das ist das wahre Problem.

Ja, mich machen solche als positiv verkauften „Arbeitsnachrichten“ mittlerweile fast traurig, gerade wenn es um Flüchtlinge oder Niedriglöhner allgemein geht, denn diese „Alle müssen Arbeit haben und sind nur dann anständige Menschen in der Gesellschaft“-Propaganda finde ich fast noch schlimmer als diese Flüchtlingspropganada. Das ist es auch, was mich an der „rechten Szene“ stört, die meist gerade diese Arbeitspropaganda vertritt. Das Problem auf der Welt sind nicht wirklich die Arbeitslosen, sondern die ungerechte Verteilung von Arbeit und Vermögen – und zwar in allen Ländern. Oft wird nur die ungerechte Verteilung von Vermögen angesprochen, aber selten die ungerechte Verteilung von Arbeit und dass Roboter eigentlich ein Segen und kein Fluch sind.

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