Menschen mit niedriger und mittlerer Bildung glauben Verschwörungstheorien mehr als Hochgebildete

Angeblich ist es laut der neuen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung so: Bei Menschen mit niedriger Bildung glauben 48,6 Prozent an Verschwörungstheorien, bei Menschen mit mittlerer Bildung sind es 42,2 Prozent und bei Menschen mit hoher Bildung nur 25,3 Prozent.

Das ist eine Verfälschung oder besser gesagt das Ergebnis eines (absichtlichen?) Messfehlers. Jetzt stehen die Verschwörungstheoretiker wie dumme Idioten da, dabei ist die große Mehrheit der Idioten meines Erachtens auf der anderen Seite.

Professionelle Verschwörungstheoretiker MÜSSEN intelligent sein, das liegt in der Natur komplexer Verschwörungstheorien.

Um für die richtig intelligenten Verschwörungstheorien empfänglich zu sein, muss man intelligent sein. Menschen mit wirklich niedriger Bildung – also mit grundsätzlich niedrigem Intelligenz-Quotienten und Desinteresse an Büchern, Wissenschaft und Bildungsthemen – verstehen die komplexen Verschwörungstheorien kaum bzw. Niedriggebildete lesen grundsätzlich wenig Bücher oder Fachartikel im Web. Besonders bei der ganzen „Reichsbürger-Gesetzes-Thematik“ würde es mich erstaunen, wenn ein Niedriggebildeter (im Sinne von Niedrig-Intelligenz-Quotienten) das versteht, denn dafür braucht man fast Anwaltskenntnisse … Und um die „hochwertigen Verschwörungstheorien“ zu kennen und zu verstehen, muss man viel lesen (wir reden hier von Lesestoff im Ausmaß einer oder mehrerer Bibeln). Allein, um sie zu FINDEN, braucht man viel Intelligenz, wenn man nicht gerade von seinem sozialen Netzwerk darauf hingewiesen wird. Ich musste mindestens um fünf Ecken denken und erst nach einem langen Weg der Erkenntnis fand ich die Verschwörungstheorie von der Weltverschwörung der Illuminaten im Netz. Ich weiß, dass der durchschnittliche Student nicht meine Google-Suchkompetenz hat, um durch eigenes Nachdenken, ohne jegliches Vorwissen und ohne soziale Netzwerke aus der Welt der Mainstream-Medien auszubrechen und zu den professionellen Verschwörungstheoretikern zu finden.

Oder fragen wir mal so: Bekanntlich sind neuerdings die ganz niedrig gebildeten Menschen in unserem Land viele der neuen Flüchtlinge. Meinen Sie, von denen würden 48 Prozent die komplexen Verschwörungstheorien von David Icke und Jan van Helsing verstehen? Also mit einer gewissen Art von Bildungsniveau müssen intelligente Verschwörungstheorien jenseits vom Geschimpfe am Stammtisch schon positiv korrelieren. Nur wissenschaftliche Idioten würden jetzt zu dem Schluss kommen: „Zwischen Bildung und dem Interesse an Verschwörungstheorien gibt es einen negativen statistischen Zusammenhang: Je höher die Bildung, desto geringer das Interesse an Verschwörungstheorien.“ Ja, sicher …

Verschwörungstheoretiker erlangen Bildung auf eigene Weise

Viele Verschwörungstheoretiker sind auf ihre eigene Weise hoch gebildet und manche haben auch offiziell gute Abschlüsse, so meine Einschätzung. Ich würde gerne wissen, wie in der Studie „Bildung“ gemessen wurde. Der Schul- und Studienabschluss sagt nur bedingt etwas über die wahre Intelligenz und das wahre Bildungsinteresse eines Menschen aus. Mir ist aber klar, dass die geheimen Machthaber die „Bildung und Intelligenz von Verschwörungstheoretikern“ nicht auf ehrliche Weise und mit den besten Indikatoren messen wollen.

Dürften Mainstream-Medien das Ergebnis vom hochgebildeten Verschwörungstheoretikern überhaupt veröffentlichen?

Alles, was in der Studie der Stiftung sonst noch an Zahlen drinsteht, kann durchaus wahr sein und die Mainstream-Medien können darüber auch halbwegs ehrlich berichten. Aber denken wir mal weiter:

Wenn in der Studie herauskäme, die Verschwörungstheoretiker seien die Hochgebildeten, die intellektuelle Elite der Gesellschaft – ich bin überzeugt, das würden die Mainstream-Medien NIE publizieren.

Ich sage Ihnen das mit einem Lächeln. Diesbezüglich würden die Medien von der Elite unserer Welt sicher Publikationsverbot erhalten. Die großen Medien dürfen keine Meldungen herausbringen, in denen Verschwörungstheoretiker als ernsthaft intelligent präsentiert werden – höchstens, indem die Medien es verzweifelt so herumdrehen, dass man zu bedenken gibt, ob das Bildungsniveau der Gesellschaft nicht sicherheitshalber herabgefahren werden müsse, weil die Menschen mit niedriger Bildung erwiesenermaßen vorbildlicher in Sachen „Resistenz gegen Verschwörungstheorien“ seien. Ja, es gibt sicher Möglichkeiten, den Menschen die persönlichen Vorteile von niedriger Bildung als attraktiv zu verkaufen. So wird das ja auch mit anderem Unsinn gemacht …

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Exkurs

Machen wir mal einen theoretischen Versuch, wie man über hochgebildete Verschwörungstheoretiker reden könnte: „Die Studie ergab, dass Verschwörungstheorien vor allem bei Hochgebildeten verbreitet sind. Das ist sehr bestürzend und zeigt ein Versagen der Universitäten in der Qualität ihrer Lehre. Die Experten des Bildungswesens müssen sich dringend zusammensetzen, um die Lehrpläne fürs Studium zu optimieren. Den Studenten muss mehr Medienkompetenz und Ideologiekritik vermittelt werden, damit sie resistenter gegenüber Verschwörungstheorien werden.“

Im Klartext: Man lehrt die Studenten noch mehr Medien-Inkompetenz, etwa indem ein „renommierter Professor“ an die Tafel schreibt: „Die Qualität eines guten Mediums zeigt sich an: 1. großer Bekanntheit, 2. langer Tradition, 3. Anerkennung durch staatliche Bildungsbehörden, 4. Empfehlung durch große Akademikerverbände, 6. obere Ränge in den Suchmaschinen, 7. professionelles Webdesign, 8. einwandfreie Rechtschreibung, 9. korrekte Kennzeichnung von Zitaten. 10. Rückgriff auf Quellen bekannter Experten und Institute, 11. Freiheit von Spekulationen, 12. neutrale Sprache, 13. korrekte Fachsprache, 14. Förderung durch Staat oder Stiftungen, 14. vollständiges Impressum, 15. Erfüllung geltender Gesetze.

Und etwa nach dem Schema werden die Menschen seit Jahren konditioniert. Also „bekannt = Wahrheit“, „staatlich = Wahrheit“, „professionelle Form = Wahrheit“, „Schein von Neutralität = Wahrheit“, „Autorität = Wahrheit“ … Verstehen Sie eigentlich in vollem Ausmaß, wie unsinnig die obigen Kriterien für echte Wahrheitssucher in einem scheinheiligen Staat sind und dass die wirklich ernsthaften Kriterien für Wahrheit und Intelligenz gar nicht angerissen werden?

Ende Exkurs

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Nun ja, ich selbst gehöre zu den 25 Prozent der Verschwörungstheoretiker mit hoher Bildung, also Studium … Aber wissen Sie was? Ich hatte in einigen Schuljahren sogar Fünfer auf dem Zeugnis, obwohl ich im reinen Wissen oft Klassenbester war. Nun, das geht so: Man definiere „Fach X wird zu 100 Prozent nach mündlicher Leistung und sozialem Engagement benotet.“ Nun war ich aber ein schweigender Mensch, der nicht reden wollte, und ein Einzelgänger. Also Note 5. Machte ein Lehrer aber einen schriftlichen Wissenstest, war plötzlich ich derjenige mit der 1 und all die „sozialen Redner“ hatten die Fünfer … Schon viele Male staunten die Lehrer über solche Ergebnisse auf beiden Seiten. Und das ist nur ein Beispiel von Unsinn beim Thema „Bildungsabschluss“.

Menschen mit hoher Bildung sind laut der Studie resistenter gegen Verschwörungstheorien – das ist auch die Erfahrung mancher Verschwörungstheoretiker

Dass aber ausgerechnet die formell Hochgebildeten resistent gegen Verschwörungstheorien sind, könnte teilweise der Wahrheit entsprechen. Das ist auch die Erfahrung des großen Weltverschwörungstheoretikers David Icke. Dieser stellte fest, dass zu den stursten Verfechtern des Mainstreams gehören: Journalisten, Akademiker und Wissenschaftler.

Wer ist intelligenter? – Ein kleiner Wissenstest

Aber beurteilen Sie doch selbst, wer intelligenter ist (auch dies ist ein Beispiel von David Icke, doch viele Verschwörungstheoretiker kennen das Prinzip): Soll man einem Forscher glauben, der eine Sache 25 Jahre lang mit Reisen um die ganze Welt erforscht hat oder soll man einem Journalisten des Mainstream glauben, der nur 5 Minuten in ein 500-Seiten-Buch schaut und dann selbstsicher mit all seiner Überheblichkeit sagt: „Das ist alles Unsinn, das Werk eines Verrückten.“ Das, liebe Leser, ist das „Qualitätsprinzip“ vieler Menschen mit „hoher Bildung“ …

Wie hoch ist das Wissen der Verschwörungstheoretiker über Verschwörungstheorien bei den Befragten der Mitte-Studie wirklich?

Man sollte auch mal erfragen, wie hoch das Wissen über Verschwörungstheorien bei den 48 Prozent der Verschwörungstheoretiker mit „niedriger Bildung“ wirklich ist sowie auch bei den anderen Bildungsklassen. Was genau ist deren Bildung und was genau ist deren Wissen über Verschwörungstheorien? Schimpft jemand nur wütend am Stammtisch über die Politiker, die ständig ihre Wahlversprechen brechen und es deshalb „irgendeine Verschwörung“ gäbe, oder kann man die Verschwörung zwischen Politik, Medien, Wirtschaft, Geheimgesellschaften (und Außerirdischen) so genau beschreiben wie der Verschwörungstheoretiker Jan van Helsing samt seinen Autoren vom Amadeus Verlag und David Icke? Man frage all die Menschen der Studie mal genauer, ob und wie viele Bücher sie von Jan van Helsing, dessen Autoren (etwa David Prinz, Jason Mason, Michael Morris, Gabrielle Schuster-Haslinger) und David Icke gelesen haben (bzw. ob sie den Amadeus-Verlag oder wenigstens den Kopp-Verlag kennen). Oder man gebe ihnen Stichworte wie „Protokolle der Weisen von Zion“, „Reichsbürger“, „BRD GmbH“, „fehlende Souveränität Deutschlands“, „die Wahrheit über den Vatikan und die Jesuiten“, „geheimes Weltraumprogramm“ … und mache einen Wissenstest, was diese Worte den „anfälligen Menschen für Verschwörungstheorien“ überhaupt sagen. Oder geben wir noch exotischere Stichworte wie „Anunnaki“, „Nordics“, „Blue Beam Projekt“, „Majestic 12“ „Agartha“, „MK-Ultra“, „Montauk-Projekt“, „Vril-Gesellschaft“, „Rothschild“, „Round Table“ und Co. Ich bezweifle, dass der Test in einer repräsentativen Umfrage gut für die deutsche Bevölkerung ausfiele. Den meisten Menschen sagen diese Begriffe wohl gar nichts und die wenigen, denen sie etwas sagen, finden vielleicht nicht den „springenden Punkt“ der Verschwörungstheorie. Sicher wissen die „normalen Leser“, die meinen Artikel zufällig gefunden haben, selber nicht, was diese Stichworte bedeuten – und ich denke, dass selbst ein Teil der Wissenschaftler von der „Mitte-Studie“, also „sogenannte Experten“, obige Stichworte nicht kennen oder sie nicht korrekt in den verschwörungstheoretischen Diskurs einordnen könnten, geschweige denn die „springenden Punkte“ finden. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob jemand in einer Umfrage nur lexikalisch sagen würde: „Die Anunnaki sind Außerirdische und werden in den Sumerischen Schrifttafeln erwähnt.“ oder ob jemand einen der „springenden Punkte“ findet, etwa: „Die außerirdischen Anunnaki sollen den Menschen mit Genetik-Experimenten geschaffen haben, als Sklavenrasse für sich selbst.“

Durch einen echten Wissenstest würde man besser erkennen, was von dem Studienergebnis zu halten ist, dass 48 Prozent der niedrig Gebildeten, 42 Prozent der mittel Gebildeten und 25 Prozent der Hochgebildeten „anfällig für Verschwörungstheorien“ sind. Denn solche Werte wären sehr gute Werte für die deutsche Bevölkerung aus der Perspektive der Verschwörungs-Aufklärer. Aber das ist eine Illusion. Die meisten Menschen sind völlig ahnungslos in Bezug auf die „Weltverschwörung und Weltraumverschwörung“ und von den Wissenden reihen sich viele unter die Skeptiker ein, sind also „resistent gegen Verschwörungstheorien“.

Bei einem hochwertigen Wissenstest würde man vielleicht Folgendes herausfinden: In den unteren Bildungsklassen schimpfen mehr Menschen allgemein über Politik, Wirtschaft und Medien und spekulieren frei herum, ob es eine „Verschwörung von Politik, Wirtschaft und Medien“ gibt. Aber nur die 25 Prozent der hohen Bildungsklasse sind auch hoch gebildet in Verschwörungstheorien. Und DAS wäre eine ganz andere Aussage dieser Studie! Aber würde die herrschende Elite den Mainstream-Medien erlauben, dies zu publizieren? Eher nicht.

Was die Mitte-Studie eher verschweigt: Deutsche mit niedriger Bildung sind sowieso eher in der Minderheit

Noch eine Kleinigkeit, die die Mitte-Studie zu Verschwörungstheoretikern eher verschweigt: Zwar mögen Verschwörungstheorien unter Menschen mit „niedriger Bildung“ mehr verbreitet sein, aber die niedrig Gebildeten mit Volks- und Hauptschulabschluss machen schon lange nicht mehr die Mehrheit der deutschen Bevölkerung aus. In unserer modernen Gesellschaft hat sich die Wissenspyramide fast schon auf den Kopf gestellt. Nur noch die Generation 65+ hat eine klassische Bildungspyramide, wo hohe Bildung elitär war. Aber je jünger die Generation, desto mehr kehrt sich das Verhältnis UM und die Hochgebildeten bilden fast schon die Mehrheit. Das Gymnasium galt einst als elitär, aber in jüngeren Generationen (heute 20 bis 45 Jahre alt) ist es normal, dass 40 bis 50 Prozent der Menschen einen Abschluss am Gymnasium haben.

(Allerdings mag es sein, dass angesichts der neuen Migranten, die wohl irgendwann eingedeutscht werden, sich auch das formelle Bildungsniveau in Deutschland wieder senken wird, denn logischerweise haben wir dann viele „neue Deutsche“ jenseits der Schulalters im Land, die in ihrem eigenen Land sicher kein Gymnasium besucht haben …)

Gerade einige bekannte Verschwörungstheoretiker haben keine hohe Bildung im formellen Sinn

Für alle Neulinge sei übrigens erwähnt: Gerade die zwei bekanntesten Verschwörungstheoretiker Jan van Helsing und David Icke haben – nach meinem Wissensstand – formell eine eher „niedrige Bildung“. Doch es sind sehr gute Autodidakten und freie Denker. Mein bester Freund ist übrigens ebenfalls von dieser Kategorie: Er hatte keinen Schulabschluss, aber schrieb mal unter anderem Namen eine Studien-Arbeit und erhielt Note 2. So viel zum Irrsinn des Systems, Bildungsabschlüsse mit Intelligenz gleichzusetzen. Und wie gesagt: Auch ich drohte zeitweise wegen gewisser Dinge trotz meiner Intelligenz knapp von der Schule zu fliegen. Ich kam nur mit der Gnade vieler Lehrer durch – sehr zum Ärger meiner Mitschüler. Ja, in Bezug auf MICH forderten diese scheinheiligen Menschen die ganze offizielle strenge Gerechtigkeit des Systems. Aber wenn Engel geurteilt hätten mit Gottes Auge, das alles sieht – was meinen Sie, wo meine Mitschüler dann wären? Und mein Studium schloss ich mit 1,0 ab – ohne Gnade. Plötzlich brauchten alle anderen Studenten mehr Gnade als ich …

Weitere Ergebnisse der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung 2018 / 2019

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