Namensforschung und Ahnenforschung: Welche Bedeutung hat der Familienname Konik? (und ähnliche Nachnamen)

Meine Großmutter von Vaterseite ist mit dem Namen „Konik“ geboren. Nachdem ich mich nun den Familiennamen „Scholonek“ und „Gryschka“ gewidmet habe, versuche ich es nun mit dem Nachnamen Konik.

Mein erster Gedanke zum Namen Konik ist als Sprachwissenschaftler das althochdeutsche Wort „kunig“ für „König“. Zu dieser Vermutung passt auch, dass im ostdeutschen Sprachraum (Schlesien) aus dem westdeutschen U oft ein O gemacht wurde, wie es auch bei den Nachnamen von „Schulz“ (westdeutsch) und „Scholz“ (ostdeutsch) zu beobachten ist. Und wer sich mit Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch halbwegs auskennt, der weiß auch, dass über die Regionen und Generationen hinweg sowieso immer wieder mal ein K aus einem G gemacht wurde, wie wir es auch im modernen Deutsch von „gucken“ und „kucken“ (für sehen / schauen) kennen.

Das wäre wie gesagt meine erste Lösung als Sprachwissenschaftler.

Eine einfache Suche bei Google führt Sie aber zu einer anderen Lösung:

So ist Konik eine Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum. Das Konik (aus dem Polnischen: Pferdchen, kleines Pferd) ist ein sehr robustes Pony, das auch in der Landwirtschaft verwendet wird. Es gilt als willig und genügsam.

Nun, Sie haben die Wahl. Möchten Sie in der Legende für Ihre Familiengeschichte „König“ oder „Pferdchen“ heißen? Nun heißt man aber als Mensch eher nicht „Pferd“ mit Nachnamen. Doch vielleicht nannten sich zumindest einige Pferdezüchter früher so – oder aber diese Fährte ist falsch oder zumindest für einen Großteil der Menschen falsch und man sollte besser vom Wort „König“ ausgehen – denn zumindest in dem Gebiet der modernen Bundesrepublik Deutschland gibt es viele Menschen mit dem Familiennamen König, aber fast keinen, der „Pferd“ heißt. Es gibt über 10.000 „Könige“ in Deutschland, aber nur 10 „Pferde“ bzw. Pferdezüchter. Damit möchte ich aufzeigen, dass Sie bloß nicht denken sollten, die Namen einfacher Berufe seien immer häufiger als adelige Namen. Was die Koniks betrifft, gibt es laut einer Familienkarte etwa 100 in Deutschland.

Wie gesagt, könnten die „Koniks“ einfach Pferdezüchter statt „Könige“ bzw. „zum König gehörend“ gewesen sein. Dagegen spricht aber folgendes Indiz: Spezielle die Pferderasse Konik scheint erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts gezüchtet zu sein und erst 1923 wurde der Name Konik fest für diese spezielle Pferderasse geprägt. – Wie man also sieht: Es lohnt sich, genauer hinzusehen, statt vorschnell herumzuerzählen, dass Ihr Familienname „Konik“ ganz klar Pony heißt, auch wenn eine Vergangenheit als Pferdezüchter nicht auszuschließen ist.

Kommen wir noch einmal zu dem „König“: Nein, hier waren die Ahnen höchstwahrscheinlich keine Könige. Wie gesagt vermute ich, dass der Nachname „König“ „zum König gehörend“ bedeuten kann, also dass man vielmehr der Untertan eines Königs war. Diese Vermutung finde ich in einer Quelle bestätigt. Dieser Quelle zufolge kann der Name König ein besonderes Arbeitsverhältnis des Untertanen zum König aufzeigen, etwa dass diese Person ein Königsgut bewirtschaftete. Oder es könne nur ein Schützenkönig, ein Sportlersieger oder ein König in einem Schauspiel gewesen sein.

Oder aber „König“ bzw. „Konik“ ist ein Ortsname für einen Ort namens „König“ oder „Konik“. In Google finde ich in der Tat den Namen: Konikowo (Polen) – zwar scheint dieser Ort keine lange Geschichte zu haben, doch es ist denkbar, dass im Mittelalter oder früheren Jahrhunderten verschiedene Ortschaften in Ostdeutschland / Polen und anderen Regionen einen Namen hatten, der „Konik“ oder ähnlich hieß. Relativ sicher kann man aber sagen, dass es ein ostdeutscher / polnischer Ortsname ist.

Da der Name „Konik“ recht kurz und recht eindeutig ist, will ich hierüber nicht weiter spekulieren. Falls Sie meine anderen Beiträge zur Namensforschung und Ahnenforschung kennen, werden Sie sehen, dass ich beim Nachnamen „Gryschka“ viel mehr geforscht habe und zum Namen „Scholonek“ noch mehr, weil dessen Herkunft die meisten Rätsel aufwirft und sich viele Ansatzpunkte bieten.

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