4.5. Symbole als Systeme der Ordnung für die Seele

1. Bereiche ohne Symbole

1.1. Die tiefste Ebene der Seele ist ohne Symbole

Auf einer tiefen Bewusstseinsebene der Seele gibt es keine Symbole. Sie entkleidet sich dort aller Bilder. In diesem Zustand ist sie allein mit ihren reinen Gefühlen und erfährt die überwältigende Wirkung ihres reinen Selbstverständnisses. Ihr Erleben ist unmittelbar. Ab einem bestimmten Punkt in der Entwicklung des Bewusstseins werden alle Symbole als Unterstützung hinfällig.

Höheres Bewusstsein und höhere Wesen brauchen keine Symbole mehr. Kreativität kommt dort ganz ohne sie aus. Der Mensch lernt auch in diesen symbollosen, innerseelischen Zuständen im tiefen Schlaf, an die er keine Erinnerung hat.

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1.2. Die Zeit ohne Symbole

Es gab eine Zeit, wo Symbole noch nicht erschaffen waren. Sie ist der gegenwärtigen Realität des Menschen aber so fern, dass Erinnerungen daran nur in tiefem Schlaf kommen. Der Mensch orientiert sich extrem an Symbolen, ohne es in dieser Extremform zu wissen. Die ganze physische Welt mit all ihren Gegenständen ist voller Symbole.

 

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2. Sinn und Charakter von Symbolen

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2.1. Für was Symbole stehen

Symbole stehen für innere Realitäten, für Gefühle. Und wer mit Symbolen spielt, experimentiert auch mit inneren Realitäten. Jeder Schritt im Außenleben vollzieht sich ebenfalls im Innenleben und allen inneren Welten, an denen man teilhat.

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2.2. Sinn von Symbolen

Alle Symbole dienen der Darstellung von Gefühlen, der inneren Realität. Reine Gefühle haben große Macht, doch Symbole veranschaulichen und verstärken sie noch. Sie bringen die große Vielfalt von Gefühlen in bildliche Form. Dadurch bleiben diese stärker und länger in Erinnerung. Freude verfliegt, aber ein Bild lachender Menschen prägt sich tief ins Gedächtnis ein. Schöne Symbolbilder stärken auch das seelische Wohlbefinden. Symbole sind stark aufgeladene psychische Teilchen.

Es gibt psychische und physische Symbole, und alle sind persönlich. So kann Feuer schöne Wärme oder Zerstörung symbolisieren, also positiv oder negativ sein. Ein Symbol sagt etwas über den eigenen Bewusstseinszustand aus, wobei die individuelle Deutung bekannt sein sollte. Es gibt auch allgemeinere, kollektive Symbole. Einige Symbole begleiten einen das ganze Leben.

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2.3. Aggressiver Charakter von Symbolen

Symbole aktivieren im Menschen etwas. Dies bedingt einen aggressiven Impuls. Erst dadurch wirken sie so stark auf die Menschen. Erst Aggressivität befördert das Bewusstsein in andere Realitäten.

Die aggressive Natur der Symbole wird aber ebenso verkannt wie die Beziehung zwischen Aggressivität und Kreativität. Sind Aggressivität und Kreativität im Ungleichgewicht, fließen die Symbole in der psychologischen Umwelt eines Individuums zu schnell oder zu langsam.

Überforderung oder Unterforderung entsteht. In letztem Fall fühlt man Leere. Nichts scheint zu passieren. Keine psychologische Landschaft, keine Symbole, fließen vorüber. Man spürt kein anderes Bewusstsein als das eigene. Manche Symbole warten aber gerade auf solche Leerstellen und dass man sie dann aktiviert.

 

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3. Symbole im physischen Leben

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3.1. Physische Gegenstände als Symbole

Physische Gegenstände und der eigene Körper sind die auffälligsten Symbole des Menschen, doch er verkennt sie als solche. Gegenstände sieht der Mensch einfach als objektive Realität. Physischen Gegenstände sind aber besonders dauerhafte Symbole, während Traumsymbole sich schnell wandeln und verfliegen.

Der Mensch gehört zur Gruppe von Wesenheiten, die es vorzieht, mit physischer Symbolik zu arbeiten, ohne es zu wissen. Physische Symbole sind solche getreuen Repräsentanten der Wach-Persönlichkeit wie die Traumsymbole der Traum-Persönlichkeit.

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3.2. Das ganze Leben als Symbol

Das ganze physische Leben ist ein Symbolfilm, ein Film in physischen Buchstaben, eingetragen ins Buch der Zeit. Jeder Mensch übersetzt automatisch die inneren Vorgänge in physische Wirklichkeit. So erschafft er seine Umwelt voller Symbole.

Das innere Leben ist aber wichtiger als dessen Symbolisierung in der Außenwelt. Als Symbole helfen Gegenstände dem Menschen nur, die Grundstruktur seines Lebens aufzubauen. Aus der Perspektive höherer Wesen existieren diese Gegenstände gar nicht. Sie sehen nur die innere Realität des Menschen.

 

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4. Symbole im Traum

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4.1. Traumsymbole

Traumsymbole wandeln sich schnell, weil sie unmittelbare, sensible Gefühlssymbole sind, die zusammen mit den Gefühlen wechseln. Doch Traumsymbole folgen inneren Gesetzen.

Das Traum-Universum hat so objektive Regeln wie das physische Universum. Im Traum gibt es auch multidimensionale Symbole mit vielen Erscheinungsformen, auch jenseits der visuellen. Die dem Menschen bekannten Symbole im Traum und Wachzustand sind nur das Schwanzende größerer Symbole.

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4.2. Träume als Symbollösungen

Der innere Selbst erzeugt auch Träume, die die Lösung eines Problems als symbolhafte Traum-Situation zeigen. In der wichtigsten Traumarbeit während des tiefen Schlafs ist ein Symbol in seiner Bedeutung sehr vielfältig und komplex. Aber von Traumschicht zu Traumschicht wird es immer spezifischer.

Das ursprüngliche große Symbol gliedert sich in eine Serie kleinerer Träume mit Teilsymbolen auf. Mancher Traum steht dem Alltag des Wach-Ichs schon sehr nahe. Doch je praktischer sich ein Symbol aufs physische Leben bezieht, desto wertloser ist es als Symbol. Je präziser die Form, desto weniger sinnträchtig ist das Symbol.

 

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5. Symbole in anderen Bewusstsein-Zuständen

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5.1. Symbole in anderen Bewusstsein-Zuständen

Auch in erweiterten Bewusstsein-Zuständen bei der Meditation und in Trance begegnen dem Menschen individuelle Symbole, deren Bedeutung man ergründen kann wie die eigene Traumsymbolik.

Manche Symbole während der erweiterten Bewusstsein-Zustände dienen auch als Orientierung oder Türöffner während der inneren Entdeckungsreisen.

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5.2. Symbol-Intensität auf verschiedenen Ebenen

Je nach Seelenebene arbeitet die Seele mit verschiedener Intensität von Symbolen, um innere Realität auszudrücken. Das Spektrum reicht von Ebenen mit lebendigen, wissensträchtigen, konkreten und detaillierten Symbolen bis zu Ebenen mit abstrakten, blassen Symbolen, wo sie ihrer unmittelbaren Erfahrung nur eine einfache bildliche Linie gibt.

Insgesamt möchte die Seele sich so ausdrücken, dass Symbole sich nicht zwischen sie und ihre Erfahrung stellen, sondern beides miteinander harmoniert.

 

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6. Langlebigkeit und Wandlung von Symbolen – wenn Symbole sich wandeln

Die persönlichen Symbole können sich in ihrer Bedeutung wandeln. Prinzipiell ist das positiv, denn Symbole sollten keine ewige, unzerstörbare Schale für eine Erfahrung bilden. Starre Symbole sind Hindernisse statt Orientierung bei der persönlichen Entwicklung.

Besonders in Zeiten großer Lebensveränderung wandeln vertraute Symbole ihren Charakter. Das gilt für psychische und physische Symbole. Ein Gegenstand im Haus kann lange etwas Positives symbolisieren, aber nach einer negativen Erfahrung wird er zum Symbol fürs Negative. Symbole verändern sich auch, wenn man in andere Bewusstsein-Zustände eintritt. Worte in zudem oft in Bildern verborgen und Bilder in Worten.

 

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7. Symbole als Ordnungspakete

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7.1. Symbole als Pakete von Lebenserfahrungen

Symbole dienen als Kurzschrift. Sie sind ein Paket zum Zusammenfassen mehrerer Lebenserfahrungen. Ein einziges Symbol erinnert an viele wesensverwandte Erfahrungen.

Die persönlichen Assoziationen eines Menschen sind eng mit seinen persönlichen Symbolschubladen verbunden. Jeder Mensch hat seine individuelle Methode, Symbole zu kombinieren.

Symbole können einander suchen, um sich zu ergänzen, oder voreinander fliehen. Sie können getrennt oder als Einheit erfahren werden.

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7.2. Der persönliche Symbolbestand

Jede persönliche Erfahrung im physischen Leben speichert die Psyche als klar umrissene Symbolgruppe. Ein persönlicher Symbolbestand gehört dem Menschen schon zur Geburt. Er enthält die Symbole früherer Existenzen und man kann sich von ihrer psychischen Struktur im neuen Leben leiten lassen.

Schon zur Geburt hat man Bilder und Symbole vor dem geistigen Auge. Öffnet das Kind dann die äußeren Augen, übt es so lange, bis die äußeren Bilder sich mit inneren Mustern decken.

 

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8. Sprache und Töne als Symbole

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8.1. Sprache als Symbole

Neugeborene Kinder denken, bevor sie eine Sprache lernen. Manche denken in der Sprache eines früheren Lebens und wer erneut im gleichen Land geboren wird, lernt schneller sprechen.

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8.2. Töne als Symbole

Auch Töne sind Symbole und in scheinbarer Stille werden andere Töne lauter. Sie sind so vielfältig wie normal hörbare Töne und ebenfalls voller Bedeutung.

Auch Gedanken haben einen Ton, der in anderen Realitäten hörbar ist. Selbst Bäume senden Töne aus. In manchen Träumen werden sie in Bilder übersetzt. Gerüche bilden ebenfalls eine eigene Welt der Symbole.

 

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9. Symbole nach dem Tod

Im Bewusstsein-Zustand nach dem Tod hat man noch lange mit Symbolen zu tun. Mancher Mensch symbolisiert seine Angst als Dämon, ein anderer als wildes Tier.

Aber Symbole werden nach dem Tod viel freier verwendet und der Mensch hat einen tieferen Einblick in ihre Bedeutung als im Traum.

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Literatur: „Gespräche mit Seth – von der ewigen Gültigkeit der Seele“ (von Jane Roberts)

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