6.2. Klassischer Reinkarnation-Glaube und die wahre Natur

1. Klassischer Reinkarnation-Glaube

Viele Menschen sehen Reinkarnation als linearen Fortschritt, bei dem die Seele sich mit jedem Leben weiter perfektioniert. Das ist aber eine Vereinfachung. Alle Leben sind gleichzeitig und vergangene und zukünftige Leben laufen zum gegenwärtigen Leben parallel. Genau genommen ist die klassische Reinkarnation als Reihe vergangener Leben ein Mythos, doch er hilft, die Realität zu verstehen.

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2. Seelischer Fortschritt bis zur Perfektion?

Die Seele besteigt keine Treppe mit Entwicklungsstufen, sondern steht vielmehr in ihrem eigenen Mittelpunkt und orientiert sich von hier, indem sie ihre Talente in alle Richtungen gleichzeitig ausweitet. Sie ist in schöpferische Aufgaben vertieft.

Es gibt keinen Fortschritt im Sinne von Aufstieg. Der menschliche Entwicklungsbegriff impliziert aber gradlinigen Aufstieg bis zur Perfektion. Doch Perfektion setzt einen Punkt voraus, an dem die schöpferische Kraft sich ausschöpft. Ein Ende. Das würde zum Problem werden und jeder Teil in dieser perfekten Ordnung müsste sich immer an das System anpassen, ohne Freiheit, alte Muster abzuändern.

Trotzdem gibt es in dem unendlichen Werden von „Allem-was-ist“ gewisse Zustände, die man als vollendet ansehen kann. Wäre die Schöpferkraft darin jedoch zur Ruhe gekommen, hätte dies das Ende aller Erfahrung bedeutet, einen echten Tod.

Dennoch ist diese große Komplexität nicht unüberschaubar, sondern hat die Einfachheit eines Samenkorns. Doch Alles-was-ist  ist unerschöpflich, wobei die Unendlichkeit in der Aktivität-Sphäre der Gleichzeitigkeit gewissermaßen aufgehoben ist, da Gleichzeitigkeit und Unendlichkeit einander widersprechen. Es stellt sich dort anders dar. Fortschritt im Bewusstsein bedeutet, immer mehr die Materialisierung der eigenen Identität durch Gedanken zu erkennen und seine innere Wahrheit zu verwirklichen.

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3. Die Reinkarnation-Struktur: psychologisch, nicht zeitlich

Zwischen allen Reinkarnationen (Leben) der eigenen Seele sind ständige Wechselwirkungen. Die Reinkarnation-Struktur ist daher psychologisch, nicht zeitlich, denn alle Leben laufen gleichzeitig ab.

Fühlt man nach dem Tod zu einigen früheren Leben große Distanz, ist es eine psychische, nicht zeitliche Distanz. Meist fühlt man sich mit den früheren Leben mehr verbunden, die gewünschte Linien des gerade beendeten Lebens verstärken. Und starke Freundschaften bleiben stark, egal, wie viel „Zeit“ in Form vieler Leben vergangen ist.

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4. Am Ende des Reinkarnation-Zyklus: Viele Leistungsstufen und Ziele

Selbst am Ende des Reinkarnation-Zyklus haben die Individuen viele Leistungsstufen. Nicht alle erreichen das höchste Ziel. Die persönlichen Ziele und Zwecke der Reinkarnation sind bei den Individuen aber sehr verschieden und jeder verwendet die Werkzeuge der Reinkarnation auf seine Weise.

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5. Wie wandernde Wesen zu Menschen wurden

Vor dem ersten Reinkarnation-Zyklus als Mensch waren alle Wesen Wanderer zwischen den Realitäten. Jedes Wesen bringt einen anderen Hintergrund als Wanderer mit und nicht alle Talente aus fernen Realitäten lassen sich auf der Erde verwirklichen.

Der Erdenleben-Zyklus ist eine besondere Ausbildungszeit, wo das Wesen neue Tätigkeitsdimensionen erschließt. Es stellt seine Hauptfähigkeiten auf das physische Leben ein, entwickelt menschliche Fähigkeiten und Charakterzüge.

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Literatur: „Gespräche mit Seth – von der ewigen Gültigkeit der Seele“ (von Jane Roberts)

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