Wahrheit und Lügen

Was mache ich, wenn ich Wahrheit von Lüge beim besten Willen nicht unterscheiden kann?

Ich wähle die Version, mit der mein Gehirn kreativer, logischer und intelligenter weiterarbeiten kann, denn ich will ein intelligentes und kreatives Gehirn, statt ein langweiliges und depressives Gehirn. Deshalb haben die Nicht-Verschwörungstheoretiker keine Chance bei mir. Wenn man nach deren Logik geht, entsteht kein intelligentes Gehirn, sondern es gibt dumme Schafe. Im Zweifel falle ich auch lieber auf die Lüge herein: „Es gibt Magie und ein Leben nach dem Tod“ als auf die Lüge: „Es gibt keine Magie und kein Leben nach dem Tod“.

Was ist, wenn ich auf ganz hohem Niveau getäuscht werde?

Dann ist das eben so. Wie gesagt, werde ich die Version nehmen, mit mein Gehirn kreativer, logischer, intelligenter und positiver weiterdenken kann. Doch nur weil ein Aufklärer mir eines Tages sagt: „Du wurdest getäuscht“, muss das nicht die Wahrheit sein. Auch dieser Aufklärer kann lügen. Und selbst wenn er die Wahrheit zu sagen glaubt, kann er noch von einer höheren Macht belogen worden sein.

Halte ich Täuschungen auf ganz hohem Niveau für machbar?

Ja, sicher. Aber es gibt ein Problem der Wirtschaftlichkeit. Was ist den Geheimdiensten lieber: Mit einem einzigen drittklassigen Verschwörungsbuch von 100 Seiten eine Million Verschwörungsleser zu täuschen oder mit einem erstklassigen zehnbändigen Buch von 1000 Seiten das obere 0,1 Prozent der Verschwörungsleser zu täuschen? Und wird man – nur der Glaubwürdigkeit wegen – einen falschen Verschwörungstheoretiker erst dreimal ins Gefängnis schicken, nur damit er später umso glaubwürdiger für die hochintelligenten 0,1 Prozent der Verschwörungsleser ist? Wie gesagt, das ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Muss die Elite unbedingt die wenigen intelligenten Menschen täuschen, um ihre Macht zu erhalten? Das ist sicher ihr Ideal, aber für die Weltherrschaft ist es wichtiger, die große Masse zu täuschen statt die Intelligentesten unter den Intelligentesten.